Das Geschlechter-(Un)gleichgewicht

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MichaelNaturist
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Beitrag von MichaelNaturist »

Naturi hat geschrieben: Donnerstag 2. April 2026, 22:50 Also so wie auf dem Eingangsfoto dargestellt, als einzige Frau unter so vielen Männern,
da würde ich mich nicht unbedingt wohlfühlen, auch angezogen nicht.
Bei vielen Nacktwanderungen mit Horst sah das nicht anders aus.
Gestern lief im TV eine Wiederholung über das nackt sein in der DDR.
Ein Fotograf aus der ehemaligen DDR sagte: Man sah den nackten Menschen nicht erotisch an, ob Mann oder Frau.
Anders in Westdeutschland. Das zeigte sich im Film. Eine westdeutsche Zeitung hat ungefragt ein ostdeutsches Foto vom Fotografen veröffentlicht und sexualisiert.
Das ist in vielen Fällen heute noch so. Ob Sozialmedia und Foren im Internet werden nackte Frauen als Sexobjekt angesehen.
Sieht man nackte Menschen, insbesondere nackt Frauen, werden diese mit erotischen Augen angesehen. Das bewirkt dem Gegenüber Unsicherheit, Angst und Unbehagen.
Warum soll man den nackt sein, wenn man nicht duscht oder Sex macht.
Dann werden nackte Frauen als Sexobjekt angesehen und nackte Männer als Exhibitionisten.
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Beitrag von Bingo »

@ MichaelNaturist

Dazu: „Warum soll man den nackt sein, wenn man nicht duscht oder Sex macht.
Dann werden nackte Frauen als Sexobjekt angesehen und nackte Männer als Exhibitionisten
.“

Bitte nicht so einseitig darstellen. Es gibt sehr viele Frauen, die sich nackt in der Öffentlichkeit nicht nur oder garnicht als Sexobjekt sehen und die anderen Aspekte des Nacktseins genießen und viele nackte Männer, die keine Exhibitionisten sind, sich also aus anderen Gründen nackt bewegen, eine schöne nackte Frau aber gerne sehen und für Frauen ggf. auch ein Sexobjekt sind. Die Menschheit ist vielgestaltig und den „anderen“ Menschen muss man ggf. aushalten oder einschlägig „ansprechen“. Diese Überlegungen gelten doch aber auch für bekleidete Menschen genauso! Es gibt laut „statista“ 16.600.000 Menschen über 18 Jahren, die sich unter Nackten wohl fühlen. Das sind nicht vornehmlich Sexobjekte oder Exhibitionisten.
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Wanderer
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Beitrag von Wanderer »

MichaelNaturist hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 07:36 Gestern lief im TV eine Wiederholung über das nackt sein in der DDR.
Hättest Du da mal Details (Zeit, Sender) oder gar einen Link zur Mediathek?
MichaelNaturist hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 07:36 Ein Fotograf aus der ehemaligen DDR sagte: Man sah den nackten Menschen nicht erotisch an, ob Mann oder Frau.
Anders in Westdeutschland.
Die These vom "Pornoblick des Westdeutschen Mannes" wie es ein Ost-Soziologe (Kurt Starke?) mal in einem Interview genannt hat.
Wobei ich mir nicht sicher bin dass "Erotik" da die richtige Kategorie ist. Es ist ja nicht so, dass wir (also ich zumindest) uns in der DDR nicht am Anblick schöner (nackter) Frauen erfreut hätten (siehe damalige Aktfotografie - Rössler, Ender,...), aber wir haben sie trotzdem nicht als (Sex-)Objekte gesehen.

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Beitrag von Konrad R. »

Ich halte (auch) bei diesen Themen eine pauschale Ost-West-Kategorisierung für wenig hilfreich.
Nach der Wende haben sich vor den ersten ostdeutschen Beate Uhse Sex-Shops, z.B. in Leipzig tagelang lange Schlangen gebildet, und das einschlägige Angebot in den bald eröffneten Videotheken wurde auch gerne angenommen.
Haben die ostdeutschen Männer den "Pornoblick des Westdeutschen Mannes" übernommen, nachdem sie plötzlich nach ebenfalls möglichem Pornokonsum Gelegenheit dazu hatten?
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Beitrag von Wanderer »

Konrad R. hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 21:15 Ich halte (auch) bei diesen Themen eine pauschale Ost-West-Kategorisierung für wenig hilfreich.
Sicher sollte man nicht pauschalisieren. Aber andererseits gab es schon erhebliche kulturelle Unterschiede zwischen (alter) BRD und DDR. Wäre nach fast 40 Jahren getrennter Entwicklung ja auch überraschend gewesen wenn nicht. Und manches davon hat sich halt bis heute gehalten, manches nicht.
Die Unterschiede in der Einstellung zur FKK sind z.B. nach wie vor statistisch signifikant, wenn auch nicht mehr so groß wie 1990. Insbesondere auch was das Geschlechter-(Un)gleichgewicht betrifft: Laut den letzten (seriösen) Studien die ich gesehen habe im Westen eher über 3:1 (M:F), im Osten unter 2:1. Allerdings sind die Daten auch schon wieder 6-8 Jahre alt, wenn ich mich richtig erinnere.
Konrad R. hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 21:15 Nach der Wende haben sich vor dem ersten Beate Uhse Sex-Shop tagelang lange Schlangen gebildet, und das einschlägige Angebot in den bald eröffneten Videotheken wurde auch gerne angenommen.
Und wir haben uns auch auf RTL "Tutti-Frutti" reingezogen - ein Mal. Alles aus Neugier. Hatte man ja vorher noch nie gesehen... Der große Boom von Beate Uhse u.ä. im Osten hat nicht so sehr lange angehalten. Siehe https://www.bpb.de/themen/deutschlandar ... euschland/. Zitat "so schnell der Hype gekommen war, so schnell ging er auch vorbei. Ab 1995 wurden zwei Drittel der Erotikshops aufgegeben"
Konrad R. hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 21:15 Haben die ostdeutschen Männer den "Pornoblick des Westdeutschen Mannes" übernommen, nachdem sie plötzlich Gelegenheit dazu hatten?
Spannende Frage. In den 90er Jahren meiner Erfahrung nach eher nicht, und zumindest bei dem Teil meines damaligen Umfelds, mit dem ich noch Kontakt habe auch bis heute nicht. Wie das später und insbesondere in der Nach-Wende-Generation aussieht kann ich allerdings nicht wirklich beurteilen, da ich Ende der 90er aus dem Osten weg bin.

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Konrad R.
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Beitrag von Konrad R. »

Wanderer hat geschrieben: Mittwoch 8. April 2026, 22:02 Der große Boom von Beate Uhse u.ä. im Osten hat nicht so sehr lange angehalten. Siehe https://www.bpb.de/themen/deutschlandar ... euschland/. Zitat "so schnell der Hype gekommen war, so schnell ging er auch vorbei. Ab 1995 wurden zwei Drittel der Erotikshops aufgegeben"
Auch diese Statistik sollte man mit Vorsicht betrachten, bzw richtig einordnen. Nach der Wende eröffneten im Zuge des Hypes Sex-Shops Privatleute mit falscher Einschätzung des Möglichen an vielen kleineren Orten. Im Westen gab es Shops an Orten mit vergleichbarer Größe, wie z.B Oschatz oder Herzberg, und mit so wenig attraktiven Geschäften, s.a. div Fotos aus dem Artikel, und zu wenig potentieller Kundenfrequenz, so nicht. Ab 1995 hat sich wohl eher die Anzahl der Shops in Ost (nach dem Hype) und West angeglichen. Aber die Shops spielen sowieso keine bedeutende Rolle mehr. Ich wage mal zu behaupten , dass sich das Konsumverhalten von Pornografie im Internet zwischen Ost und West nicht unterscheidet.
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