Seite 1 von 2
Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Montag 21. Juli 2025, 12:56
von Nudehiker
Es gibt sicher viele Wege die nach Rom führen; und auch zur Freikörperkultur, zum naturistischen, zum nudistischen, zum clothing.optional Leben.
Sicher habt ihr diesbezüglich viele individuelle Erfahrung dahin gemacht.
Auch um anderen Mut zu machen, dass man zwar nackt geboren wird und die Scham vor der eigenen Nacktheit oft auch gesellschaftlich anerzogen ist, aber eben jeder von uns FKK-Menschen doch "befreien" musste, nicht nur von der Kleidung, sondern befreien in Richtung Selbstakzeptanz und körperlicher Freiheit.
FKK bedeutet doch, den Körper (und damit auch den Geist) von Zwängen zu befreien, gerne in Verbindung mit der Natur und/oder im Alltagsleben
Wie verlief euer Weg bis zu dem Punk, dass ihr vor euch und idealerweise auch ohne Scham vor anderen sagen konntet: Ich mache FKK, ich bin Naturist, ich bin Nudist, einfach JA zu sagen und sich authentisch dabei zu fühlen.
Beschreibt doch mal eure Erfahrungen bus zu diesem Punkt.
Sicher werden sich Menschen, die sich mit dem Gedankten der nackten Lebensart beschäftigen, auch auf diesen unterschiedlichen, euren, Stationen wiederfinden können.
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Montag 21. Juli 2025, 15:13
von Jochen
Nudehiker hat geschrieben: ↑Montag 21. Juli 2025, 12:56
Wie verlief euer Weg bis zu dem Punk, dass ihr vor euch und idealerweise auch ohne Scham vor anderen sagen konntet: Ich mache FKK, ich bin Naturist, ich bin Nudist, einfach JA zu sagen und sich authentisch dabei zu fühlen.
Solche Themen gibt es schon einige hier im Forum, z.B. von Hanna:
viewtopic.php?t=4 oder auch:
viewtopic.php?t=74&start=10
Ich selbst wollte es schon als Kind und Jugendlicher immer, durfte aber nicht und musste warten, bis ich einen Führerschein und das erste eigene Auto hatte. Dann habe ich mir sofort Möglichkeiten gesucht. Leider muss ich weit fahren, weil OWL eine FKK-Diaspora ist, aber das herrliche Gefühl und die Lebensfreude sind es wert.
Deine Frage nach dem Weg müsste ich wohl so beantworten: ich bin so zur Welt gekommen und weder Eltern noch Gesellschaft konnten es verhindern.
LnG Jochen
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Dienstag 22. Juli 2025, 00:28
von Hannes
Mein Vater war ein großer FKK-Fan und hat uns vier Kinder und unsere Mutter
damit in den Siebzigern "angesteckt".
Unser Vater hat uns nicht nur die Liebe zur Natur nahe gebracht und vorgemacht, er hat auch den natürlichen Umgang
mit der Nacktheit immer wieder in den Familien-Alltag integriert. Damals war das nichts Besonderes für
mich, ich dachte, in allen Familien läuft das so: Jeder darf innerhalb der Familie so oft, wie er oder sie es möchte,
nackt sein. Erst viel später im erwachsenen Alter wusste ich den Wert dieser "Erziehung" zu schätzen.
Mein Körpergefühl ist sicher auch durch diese frühe Prägung ein deutlich positiveres,
als bei manchen anderen Menschen. Dafür bin ich meinem Vater dankbar.
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Mittwoch 23. Juli 2025, 16:59
von Camper
Bei mir war es genau anders herum als bei Hannes. Mein Elternhaus war total prüde, Nacktheit war strickt verpönt. Umziehen/Hygiene etc. fand nur im von innen versperrten Badezimmer statt.
Naja, verbotene Früchte locken und ich habe mich als Teenager dann um so interessierter außerhalb umgesehen und eher zufällig ganz tolle Leute kennengelernt und das ungezwungene Abhängen mit denen genossen. Ich denke (jetzt im Nachhinein) das dies gar keine Naturisten waren, sondern das ich in einen Gay-Treffpunkt geraten bin. Die wurden ja damals noch gesetzlich kriminalisiert. Als Teenager kannte ich so etwas gar nicht und hatte deshalb keinen Verdacht.
Im Laufe der Jahre kam zur Nacktheit auch Respekt vor allem Leben, insb. die Liebe zur Natur und zu meinem Körper dazu. Damit meine ich, das ich auf Hygiene achte, mich möglichst gesund ernähre und echt gern Sport (auch in der Gruppe und outdoor) mache. Da gab es keinen besonderen Weg, sondern einfach Lebenserfahrung in verschiedenen Vereinen und Austausch mit Gleichgesinnten. Heute insb. durch das Internet.
Dies zusammen entspricht dann auch meiner heutigen Vorstellung von modernem FKK.
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Donnerstag 24. Juli 2025, 17:02
von Fahrradfahrer
Ich musste im Jahr 1982 meinen Grundwehrdienst in Greifswald (Ladebow) ableisten. Wenn wir aus der Dienststelle durften ging es zum Baden immer in das Strandbad Eldena und dort in den FKK Bereich, weil das die kürzeste Entfernung zum Standort war. Die Hälfte der Matrosen war so schamhaft, dass sie lieber in der Dienststelle geblieben sind. Damit war die Einsatzbereitschaft (Dienststellenfeuerwehr) geklärt und wir durften doppelt so oft in das Strandbad. Nach meiner Dienstzeit bin ich mit meiner Frau oft an gemischte Strände gefahren. Sie hat sich das angeschaut und meinte, die anderen Frauen sehen auch nicht anders aus als ich, hat sich ausgezogen, ist nackt ins Wasser gegangen und hat sich anschließend von Wind und Sonne trocknen lassen. Danach meinte sie dann, ich brauche keine Badebekleidung mehr. Das hat sie dann bis an ihr Lebensende sehr konsequent durchgesetzt. Ich gehe heute auch noch immer textilfrei baden. Im Freibad meines Wohnortes darf man Mittwochs und Sonntags ab 17.30 Uhr textilfrei baden, es stört mich dann auch kein Regen.
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Donnerstag 24. Juli 2025, 22:20
von Hannes
Schöner Beitrag Fahradfahrer, danke für´s Teilen.
Ich fahre übrigens auch am liebsten Fahrrad.

Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Montag 28. Juli 2025, 18:42
von Nudehiker
... danke für eure Berichte und Erfahrungen.
Da schliesst sich mir sogleich die Frage an: Wäre euer persönlicher Weg zur FKK auch 2025 möglich?
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Mittwoch 30. Juli 2025, 17:12
von Nahpets
Mein Weg zur FKK verlief eher wie ein Sprung in eine neue Welt, nachdem ich das 1. x mit meiner Schwester (ich war 14 und sie 16) nackt am FKK-Strand war und ich von dem freien Körpergefühl, sich nackt in der Natur zu bewegen, regelrecht überwältigt war. Nackt außerhalb geschlossenener Räume ist doch noch mal anders. Dazu kam sicher auch dieses Selbstverständnis, das alle nackt waren und alles so normal wirkte, dass keine Zweifel aufkamen. Da wusste ich, dass ich in Zukunft nach Möglichkeit auf Badesachen verzichten möchte, was auch bis heute ganz gut geklappt hat. Anfangs war das mit pubertierenden Freunden noch schwierig bis unmöglich (z.B. in öffentl. Freibädern), aber mit zunehmendem Alter wurde Nacktbaden auch unter Freunden normal. Reine Textilstrände kamen aber tatsächlich nicht mehr in Frage und auf dem ersten FKK-Campingplatz war ich mit Anfang 20 mit meiner Freundin in Frankreich.
Die Anschlussfrage, ob der Weg auch heute noch so möglich wäre, ist natürlich hypothetisch, aber nicht ausgeschlossen. Es kommt sicher zum einen darauf an, wie man im Umgang mit natürlicher Nacktheit aufwächst und ob man ein positives Selbstbild hat, wie man mit sich und seinem Körper zufrieden ist. Ich persönlich hatte nie ernsthaft etwas an meinem Körper auszusetzen, was sicher auch das Selbstbewusstsein fördert. Oder, irgendein Umstand lässt einen die Erfahrung machen, dass nackt in freier Natur einfach ein befreiendes Gefühl ist und man Gefallen daran findet...
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Mittwoch 30. Juli 2025, 22:41
von Naturi
Nahpets hat geschrieben: ↑Mittwoch 30. Juli 2025, 17:12
Ich persönlich hatte nie ernsthaft etwas an meinem Körper auszusetzen, was sicher auch das Selbstbewusstsein fördert.
Es können aber auch die kommen, die nicht so zufrieden mit ihrem Körper sind, würde ich sagen,
oder etwa nicht?
Bei uns geht es ja nicht um Präsentation! Sondern gemeinsames Ausleben unserer Natur.
Re: Wie verlief euer Weg zur Freikörperkultur?
Verfasst: Mittwoch 30. Juli 2025, 23:31
von Hannes
Nudehiker hat geschrieben: ↑Montag 28. Juli 2025, 18:42
Wäre euer persönlicher Weg zur FKK auch 2025 möglich?
Ich denke schon.
Warum auch nicht, der Gedanke der FKK existiert noch in modifizierter Form
und Nacktsein ist grundsätzlich nicht verboten.
Ich würde auch heute die Möglichkeiten dazu ausschöpfen,
wann und wo immer das möglich ist, ohne anderen damit auf die Füße treten zu wollen.
Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen und wenn ich demnächst Enkelkinder bekommen sollte,
würde ich ihnen auch den gesunden Umgang mit dem eigenen nackten Körper nahe bringen wollen.
Ob ich dann in ihren Augen der schräge Opa wäre, der ständig nackt im Garten werkelt
und auch noch nackt wandert, bleibt abzuwarten, aber ich denke,
ich hätte die passenden Antworten parat.
