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Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Eltern?

Verfasst: Donnerstag 20. November 2025, 16:26
von Mizunomen
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Beitrag von mir gelöscht.
Ich danke dem Thomas trotzdem für den Link.

Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Eltern?

Verfasst: Donnerstag 20. November 2025, 17:06
von Kartunger
Mizunomen hat geschrieben: Donnerstag 20. November 2025, 16:26
Kartunger hat geschrieben: Donnerstag 20. November 2025, 15:02 Ich meine einige hier sehen den Beitrag unter einem falschen Blickwinkel - es geht hier nicht um FKK.
Dann ist der Film aber hier in dem Themengebiet (Medienberichte über Fkk) falsch eingestellt.
Warum so eng sehen - er beinhaltet FKK – FKK wird auf der Suche nach einer Antwort betrachtet - trotzdem sollte man bei der Kritik auf das Thema achten.
Mizunomen hat geschrieben: Donnerstag 20. November 2025, 16:26
Kartunger hat geschrieben: Donnerstag 20. November 2025, 15:02 Auch die Moderatorin hatte FKK mit den Eltern gemacht und dann nie wieder. Ich fand es schön dass sie sich dann doch getraut hat.
Das habe ich nicht so vernommen. Sie sagte, daß ihre Eltern zum Fkk gegangen sind. Das sie mit dabei war, davon war keine Rede.
Zitat aus Film ab ca. 29:10
"Ich war mit meinen Eltern früher am FKK-Strand - aber ich bin nie nackt rein gegangen weil es mir total peinlich war"

wir liegen beide nicht ganz richtig.

Zitat aus Film ab ca. 5:25
Wenn ich an meinen Junior denke [...] der würde niemals herkommen [...] warum nicht, wegen der Nacktheit

Es bleibt die Frage die mich umtreibt, dass es selbst FFKler nicht schaffen ihre Kinder von FKK zu überzeugen.

Grüße
Kartunger

Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Eltern?

Verfasst: Donnerstag 20. November 2025, 18:43
von Hubert
Meine Erfahrung mit sieben Kindern:

Man kann die Kinder nicht vom FKK überzeugen. Im Kleinkindalter ist es kein Problem, da machen sie alles mit.
Wir hatten in der DDR kein abschließbares Bad. Die Badewanne war fest in der Küche eingebaut. Ich habe oft mit den Kleineren zusammen gebadet. Zu Hause waren wir so unkompliziert nackt voreinander, ebenso im Urlaub nackt baden.
Mit dem Beginn der Pubertät wurde das schwieriger. Wir mussten ihre Entscheidung für Badebekleidung akzeptieren.
Man kann den Menschen nicht zu seinem Glück zwingen. Erst im Erwachsenenalter haben sie mit eigenen Kindern wieder das Nacktbaden schätzen gelernt.

Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Eltern?

Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 12:57
von nacktGEtanzt
Die nette Frau hat in dieser Sendung wunderbar einige Probleme und Konflikte vieler Menschen und besonders Frauen mit der Nacktheit angesprochen.
Sie hat auch meist mit Frauen gesprochen und gezeigt, dass Frauen über ihre Schamgrenzen hinweg gehen können, wenn auch erst einmal mit diesen rosa Rechtecken vor den schwierigsten Stellen. Nackt im Fernsehen aufzutreten ist immer noch und gerade heute ein Problem für viele.
Dass die Leute vom FKK-Verein ebenfalls teilweise verdeckt sein wollten, lässt ahnen, wie es um diese Vereine heute steht. Da wurde auch ein Mann gefragt. War es der Vorsitzende?
Das Maren Mörig, als Fachfrau, gefragt wurde, ob sie gern nackt sei, war mal was besonderes. Sonst durfte sie erzählen, was sie immer so erzählt. Ja, es gab nicht nur die nackte Gattenwahl, es gab auch schon früh die Idee Einrichtungen zur Arierzucht zu schaffen. FKK war eben vielfältig und es gab eben auch die sozialistische und liberale Freikörperkultur, von deren Oranisationen nach den Nazis kaum etwas übrig war.
Der Garten mit den vielen Genitalfotos und die Idee, sich gegenseitig die Vulva zu fotografieren, gab es, soweit ich weiß, nicht in der BRAVO. Ich habe davon zuerst in einem Buch von Anja Meulenbelt gelesen, "Die Scham ist vorbei", indem sie ihre Auseinandersetzung mit ihrem Frausein beschreibt. Ich las es Anfang der 80er. Es ist also sicher älter.
Dass Frauen ihre Vulva oft kaum oder gar nicht kennen, war in der Folge immer wieder Thema in Büchern und in der Kunst und ich finde es gut, wenn es immer wieder neue Ideen dazu gibt.
Fotos von Vulva oder Penis zu machen, gilt vielen Naturist*innen als zu sexuell. Wollen wir aber unseren ganzen Körper wahrnehmen und uns selbst beibringen dass es keine Körperteile gibt, für die wir uns schämen müssen, geht kein weg daran vorbei, den Focus auch auf diese Körperteile zu lenken.
Ich habe bei meinen zahlreichen Kursen immer wieder geführte Körperreisen oder Bodyscans erlebt. Es war eine Frau, bei der ich es das erste mal erlebte, dass sie auch die Wahrnehmung von Vulva, Vagina, Penis und Hoden ansprach. Es gibt Hoffnung auf Veränderung.

Re: Y-History: Tabu Nacktheit - Sind wir prüder als unsere Eltern?

Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 14:00
von nacktGEtanzt
Zum Problem, Kinder dauerhaft von FKK zu überzeugen, denke ich, dass da wirklich mehr nachgedacht werden muss.
Ein Thema könnte sein, wie Eltern oder Großeltern davon erzählen, warum sie gern nackt sind, obwohl viele andere das nicht so gut finden.
Ein anderes Thema wäre, was man tut, um Kinder vor Herabsetzungen und Mobbing wegen ihrer Nacktheit in ihrer Freizeit, zu schützen und gegen solche Gemeinheiten zu stärken. Ich musste erfahren, dass unser Enkel wegen unserer gemeinsamen Urlaube in Euronat von Eltern, den anderen Großeltern und sonstigen Verwandten vernatzt wurde. An so etwas hatte ich nicht gedacht.
Die Vorbeugung von sexueller Gewalt im FKK-Bereich sollte meiner Ansicht nach mit einbeziehen, wie sie funktionieren kann, obwohl bei Veranstaltungen oder Freizeiten Erwachsene nackt sind. In den üblichen Richtlinien ist das nicht vorgesehen und auch im FKK-Bereich wird Nacktheit von Kindern und Erwachsenen bei Veranstaltungen seltener. So lässt sich aber nicht vertreten, dass Nacktheit nichts schlimmes sei. Es braucht andere Lösungen.
Pubertierende Kinder brauchen besondere Offenheit in Bezug auf ihre körperlichen Veränderungen und ihre sich verändernde Sexualität. Besonders hier gehören die Themen Sexualität und Nacktheit zusammen und es hilft nicht, zu behaupten, beides habe nichts miteinander zu tun.
Um dazu in der Lage zu sein, brauchen Eltern und alle Menschen, die mit Kindern umgehen, ein sehr klares Bild von ihrer eigenen Einstellung zu Sexualität und Nacktheit und Bildung oder Beratung, um zu lernen, wie man mit Kindern darüber spricht oder Kindern Gespräche anbietet. Da gibt es heute immer noch Defizite.
Ich erfuhr 1964 das erste mal von FKK durch eine Serie in einer Zeitschrift. Ich habe den Text wiedergefunden. Der Autor weist darin darauf hin, dass junge Leute oft die Vereine verlassen, weil sie sich dort oft zu mißtrauisch beobachtet fühlen, wenn sie mehr Nähe um anderen Geschlecht suchen. Er erwähnt auch kritisch den Ausschluß aus dem DFK von Leuten, die sexualpädagogische Arbeit in die FKK integrieren wollten. Es ging wohl um Adolf Koch und Karlwilli Damm.
Ich hoffe, dass sich jüngere Menschen in der FKK mal intensiv um diese Themen kümmern und vielleicht solch alte Ausrichtungen ändern. Alles, was es dazu heute schon an Ideen und Forschung gibt, muss noch einmal für die FKK überdacht werden. Es geht aber vor allem darum, zu lernen, miteinander über das Gute an Nacktheit und Sexualität zu reden.